Herkunft:
Der Riesen-Mammutbaum stammt aus dem Westen der USA, genauer gesagt aus der Sierra Nevada in Kalifornien. Es gibt außerdem verstreut noch einzelne weitere Bestände, die aber nur sehr klein sind.
Er wächst auf Höhen zwischen 1400 und 2500 Metern in schneereichen Wintern und trockenen Sommern mit hoher Luftfeuchtigkeit.
Wuchs:
In der Jugend wachsen Riesen-Mammutbäume streng kegelförmig und dicht. Im freien Stand sind diese von oben bis unten beastet. Mit zunehmendem Alter werden die Kronen und offener und unregelmäßiger.
Das Jugendwachstum ist unter idealen Bedingungen sehr schnell und kann einen halben Meter bis sogar einen Meter erreichen. Unter nicht ganz idealen Bedingungen wachsen sie aber deutlich langsamer.
Sie legen jährlich enorme Zuwächse in Kronen und Holzmasse zu. So können die Stämme jedes Jahr um gut 25 mm dicker werden. Je älter und größer die Bäume werden, desto langsamer wird dann auch der jährliche Zuwachs.
In den USA wird Sequiadendron giganteum bis zu 100 Meter hoch. Bei uns in Mitteleuropa sind solche Baumhöhen nicht möglich. Wir können diese Kombination aus schneereichen Wintern und trockenen Sommern mit gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit durch die Küstennebel nicht bieten. Daher kann man den Mammutbaum mit gleichen Höhen, wie Kiefer, Fichte und Tanne finden, aber nicht viel höher.
Biologie:
Die schuppenförmigen Nadeln stechen nicht und sind von graugrün über dunkelgrün bis hin zu blaugrün zu finden. Es gibt auch die Selektion 'Glaucum', die fast ganz blaue Nadeln auf weist, im Handel.
Das Nadelkleid ist wunderschön und lässt sich auch sehr gut zu Schnittreisig verarbeiten. Ich habe das selbst schon oft gemacht und Kränze daraus gebunden. Diese hielten ungefähr so lange, wie das Tannenreisig.
Nach ca. drei bis vier Jahren fallen die Nadeln zusammen mit den kleinen Ästen im inneren der Krone ab. So putzt sich der Baum auf natürliche Weise aus, da innenliegende Nadeln kein Sonnenlicht bekommen.
Die eiförmigen Zapfen werden ca. 6 cm groß. Sie enthalten ca. 200 Samen, die dann entlassen werden, wenn sich die Schuppen öffnen. Das passiert durch Hitze oder langer Ausreife am Baum.
Die Rinde dieses Baumes ist ebenfalls erwähnenswert. Sie kann bis zu 60 cm dick werden, das aber nur in seltenen Fällen. Meist bleibt die Rinde ca. 30 cm dick, was ebenfalls beachtlich ist. Die Rinde ist weich und schwammig und von rotbrauner bis zimtfarbiger Farbe. Sie hat in den vielen Schichten viele kleine Lufteinschlüsse und kein Harz. Somit bildet diese Rinde einen wichtigen Hitzeschutz vor Waldbränden, so dass die Hitze nicht so schnell an das Holz vordringen kann. Leider hat die jüngste Vergangenheit gezeigt, dass das auch nicht immer hilft. Die verheerenden Waldbrände in den Letzten Jahren haben einige alte Bestände fast zerstört oder stark zugesetzt. Auch ich habe diese Rinde zum Test in meine Feuerschale gelegt. Diese war zum Schluss ebenfalls nur Asche. Dies aber nur zur Anschauung. Ein Waldbrand ist natürlich etwas anderes als die Rinde direkt in eine Feuerschale zu geben.
Wie die Fichte auch, zählt dieser Baum zu den Flachwurzlern. Die Wurzeln dringen selten tiefer als 2 Meter in den Boden. Es bildet sich so ein enormes Wurzelgeflecht aus, so dass die Wurzeln der umstehenden Bäume ineinander greifen und sich so vor starken Stürmen schützen. Trotzdem passen sich auch diese Wurzeln an Ihre Gegebenheiten an. Ich habe einen Riesen-Mammutbaum in Veitshöchheim an der LWG gesehen, der direkt am Rand einer Trockenmauer stand. Das mache weder der Mauer, noch dem Baum etwas aus. Leider steht dieser Baum nicht mehr, da er einem großen Versuchskomplex aus Gewächshäusern weichen musste.
Eignung für Hausgärten, Straßen und als Forstpflanze:
Auf Grund seiner monumentalen Größe ist es nicht nötig zu erwähnen, dass er sich nur für sehr weitläufige Gärten eignet. In Siedlungen hat dieser riesige Baum nichts zu suchen. Er würde zu viel Schatten bilden und bei späterer Größe wäre er auch eine Gefahr bei starken Winden.
Auch als Straßenbaum kann man ihn nicht verwenden. Die weitläufigen Wurzeln brauchen viel Platz und die Bäume sind auch nicht sonderlich schnittfähig. Sie vertragen zudem auch keine allzu trockene Luft oder Strahlungshitze durch den Asphalt, wie sich in den USA oft gezeigt hat. Auch in unseren Wäldern und städtischen Pflanzungen zeigen sich immer häufig vertrocknete Nadeln an stark beschienen Sonnenseiten oder Windschneisen.
Mammutbäume sind immer häufiger Teil forstwirtschaftlicher Versuchsanbauten. Es gibt auch schon einzelne größere Exemplare, die mehrere hundert Jahre alt sind und gut gedeihen. Nennenswerte Bestände müssen aber erst aufgebaut und untersucht werden. Sie haben bislang eine hohe Überlebensrate. Wichtig sind aber offene und helle Bestände. Die ersten Jahre müssen diese unbedingt gegen Konkurrenzvegetation, wie Gräser, Brombeere oder andere Pionierbaumarten geschützt werden. Junge Bäume sind sehr schattenempfindlich.
Holz:
Das Holz von Sequoiadendron giganteum war während der Zeit der Besiedlung und Entdeckung Kaliforniens derart beliebt, dass die natürlichen Bestände auf ein gefährliches Minimum dezimiert wurden.
Das Holz ist leicht und trotzdem nicht anfällig für Fäulnis. Es lässt sich gut bearbeiten und nimmt Öle und Lacke gut auf. Allerdings ist das Holz auch sehr spröde, vor allem an den Ästen und kann somit auch leicht zu Brüchen führen.
Das rötliche Kernholz hebt sich stark vom weißlich gelben Splintholz ab, was eine tolle Maserung für Furniere hervorbringt.
Da die Bestände aus den oben genannten Gründen sehr dezimiert wurden, ist eine kommerzielle Nutzung längst nicht mehr möglich. Es werden nur seltene und einzelne Baumstämme genutzt.
Detaillierte Informationen zu diesem Holz finden Sie unter dem nachfolgenden Link:
https://www.wood-database.com/giant-sequoia/
Fazit/Resümee:
Ein typisches Klimawandelgehölz ist er nicht. Trotzdem findet der Berg-Mammutbaum seinen Platz in meinem Angebot, aber warum? Trotz der flachen Wurzeln, der Trockenheitsanfälligkeit und des teils spröden Holzes und der nicht Eignung für Garten und Strassen ist dieser Baum erwähnenswert für unseren Zweck.
Mammutbäume wachsen schnell und bilden viel Biomasse, die Kohlendioxid speichert. In Mischbeständen funktionieren Mammutbäume bisher sehr gut, was ältere Exemplare und kleinere Bestände gut beweisen. Das Reisig ist interessant und auch als Unterschlupf und Nistplätze sind dichte Nadelbäume unschlagbar!
Wenn wir einen guten Humoren und durchlässigen Boden vorfinden, kann der Mammutbaum einen sehr großen Teil dazu beitragen diesen zu erhalten, warum? Er bildet sehr schnell breite und stabil Kronen aus, die den Boden beschatten. Das ist auch für den Agroforst ein unschlagbarer Vorteil. Seine Flachen Wurzeln verflechten sich mit anderen Bäumen in seiner Nähe, zusammen wird dieser Bestand dann äußerst robust gegen starke Winde. Das ist auch der Grund, weshalb wir die Fichte nicht rundweg verteufeln. Als Mischbaumart in einem Bestand kann diese weiterhin sehr wertvoll und immens wichtig und auch sturmsicher sein.
Ich habe damals tatsächlich mit diesem Baum angefangen, als ich meine Baumschule gegründet habe. Er ist nicht einfach zu kultivieren, da er in jungen Jahren pilzanfällig ist. Trotzdem erweisen sich etablierte Bäume als äußerst effizient und widerstandsfähig. Das habe ich nicht aus irgendeiner Literatur, es sind tatsächlich meine langjährigen und persönlichen Erfahrungen.