Herkunft:
Fagus grandifolia ist die einzige Buchenart im östlichen Nordamerika. Sie hat ein riesiges Verbreitungsgebiet, das sich vom Südöstlichen Kanada bis hinunter nach Florida erstreckt.
In den Appalachen bildet sie riesige Bestände zusammen mit Zuckerahorn und gelber Birke. Mit diesen Baumarten bildet sie den Typ der Northern Hardwood Forests.
In den Adirondack Mountains im Staat New York können sie noch riesige Urwälder mit dieser imposanten Baumart entdecken. Auch an den großen Seen rund um die Ufer des Lake Superior und Lake Huron wächst die Art in Regionen in großen Beständen und kommt auch mit extrem Schneefall zurecht.
Wuchs:
Fagus grandifolia ist ein langsam wachsender, großer Laubbaum, der eine Wuchsöhe freistehend von ca. 25 Metern erreichen kann. In engem Stand, zum Beispiel in Wäldern können diese Bäume auch bis zu 37 Meter hoch und astfrei werden.
Sie wächst sehr langsam und erreicht später einen Stammdurchmesser im schlagreifen Zustand von ca. 60 bis 90 cm.
Die Krone der amerikanischen Buche ist breit ausladend, dicht und oval bis rund. Sie ist nicht belastet und dicht belaubt und fängt im freien Stand bereits nach einem kurzen Stamm an.
Biologie:
Wie bei der heimischen Buche und der orientalischen Buche, ist auch die Rinde dieser Buche außergewöhnlich glatt, dünn und hell silbergrau.
Die Blätter sind einfach von elliptischer Form und können bis zu 13 cm lang werden. Die Blätter sind größer als bei der heimischen Buche und unbehaart, was sie von der Orientbuche ebenfalls unterscheidet. Die Blätter färben sich im Herbst gold-bronzefarben und verbleiben oft bis weit in den Winter hinein am Baum. Diese unglaublich schöne Herbstfärbung trägt maßgeblich zum Indian Summer bei!
Die Bucheckern befinden sich in einer stacheligen Hülle (Involukrum). Die kleine, dreikantigen Nüsse sind essbar und schmecken auch gut. Sie sind immens wichtig für Vögel, Nager, Rot- und Schwarzwild.
Das Wurzelsystem ist flach und weitläufig. Sie neigt auch zu Stockausschlägen, was dichte Bestände und eine gute Naturverjüngung begünstigt. Sie kann dadurch auch an steilen Hängen wachsen.
Eignung als Gartenbaum, Straßenbaum und als Forstpflanze:
Rotbuchen werden gerne als Hecke eingesetzt. Die großen Blätter sehen dabei auch sehr gut aus. Man kann auch schöne Formgehölze, wie Würfel, Bögen, Kegel oder Kugeln daraus schneiden. Als freiwachsendes Exemplar ist sie nur für große Bauernhöfe interessant.
Als Straßenbaum sind Rotbuchen nicht geeignet. Sie vertragen keine Bodenverdichtungen und benötigen mit dem flachen Wurzelsystem ein großes und weitläufiges Bodenprofil, was in einer Stadt niemals geboten werden kann. Zudem werden diese Bäume viel zu groß und zu breit für die Straße. Hier gibt es bessere Alternativen.
Als Forstpflanze ist sie eine klare Bereicherung. Sie benötigt aber nährstoffreiche, Humore und tiefgründige Böden. Sie total schattentolerant und behauptet sich als Klimaxbaumart und übernimmt später auch das Ruder in einem Bestand. So entstehen alte und schöne Plenterwälder. Wie weit das allerdings bei immer stärker werdenden Trockenphasen ausschaut wissen wir noch nicht, da die heimische Rotbuche, dem Klimawandel nicht mehr standhält und starke Blattverbrennungen und Trockenschäden bekommt.
Die Amerikanische Rotbuche soll hier toleranter sein, muss aber noch ausprobiert werden. Hier sollte man auf eine südlichere Herkunft achten.
Holz:
Das Holz ist mit dem unserer Rotbuche zu vergleichen. Wer alle genauen Details über dieses Holz erfahren möchte, der kann dies gerne unter dem folgenden Link machen:
https://www.wood-database.com/american-beech/
Zukunft/Resümee:
Rotbuchen waren immer die alles beherrschende Baumart in Europa. Ohne Menschliches Zutun hätten wir mindestens 70 bis 80 Prozent Buchenwälder. Mit den durch den menschengemachten Klimawandel entstehenden Extremen kann sie aber nicht gut umgehen. Wir haben massive Ausfälle bei der Rotbuche, vor allem auch Hitzeschäden und Totholz und vorzeitiger Laubfall in den Kronen.
Wir setzen in der Forstwirtschaft zunehmend auf die Orient-Buche, die sich in alten Versuchsbeständen hervorragend entwickelt. Baumschulbestände und neu gepflanzte Exemplare bringen aber oft Probleme.
Ob sich die Art Fagus behaupten kann oder sich nach Norden zurückzieht, bleibt abzuwarten. Ich bleibe allerdings weiter dran und versuche alle Arten, die ich bekommen kann. Es ist ein spannendes und extrem wichtiges Thema.